Kleine Sambakunde

Herkunft

Samba bezeichnet einen brasilianischen Musikstil, der zwar meist mit der Stadt Rio de Janeiro in Verbindung gebracht wird, jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen in fast ganz Brasilien gespielt und getanzt wird. Es handelt sich also um eine Musik und um einen Tanz.

 

Der Samba wird von der kultischen Musik Alt-Afrikas (vgl. „Traditionelle Afrikanische Musik“) aus dem Kongo- und Sambesigebiet abgeleitet. Sambastücke werden heutzutage im 2/4-Takt notiert, obwohl das Grundpattern (Partido Alto) 4 Viertelnoten lang ist. Andere lateinamerikanische, z. B. Kubanische Musik wird dagegen in „alla breve“ notiert; Grundpattern dort ist die Clave.

 

Samba und Politik

In den 1970ern entwickelten sich in den ärmsten Stadtteilen von Salvador da Bahia (Brasilien) „Afro Block“-Trommelgruppen. Bands wie Ile Aye und Olodum gründeten sich als politischer Ausdruck von schwarzem Selbstbewusstsein, als Widerstandsform gegen zunehmenden ökonomischen Ausschluss. „Afro Blocks“ hatten eine mobilisierende Funktion bei Streiks, Kundgebungen und Demonstrationen.

 

Samba-Bands nehmen auch heute häufig teil an politischen Demonstrationen, wie die Gruppen aus dem weltweiten antikapitalistischen Rhythms of Resistance Netzwerk.

 

Samba in Deutschland

Das weltweit größte Samba-Festival außerhalb Brasiliens ist das jährlich im Juli stattfindende Samba-Festival Coburg, wie es auch in Deutschland die meisten Samba-(Trommel-)Gruppen außerhalb Brasiliens gibt.

 

Der größte Samba-Karneval in Europa findet in Bremen statt.

Über 100 Samba-Gruppen ziehen am Samstag vor Rosenmontag durch die Stadt. Der Bremer Karneval wurde 1985 von der Schweizer Künstlerin Janine Jaeggi ins Leben gerufen.

http://www.bremer-karneval.de/